Waymos umstrittener Einsatz von Fahrzeugkameras für KI-Training und gezielte Werbung
In einer Kultszene aus dem Science-Fiction-Film „Minority Report“ aus dem Jahr 2002 kämpft der flüchtige Agent John Anderton, gespielt von Tom Cruise, damit, durch ein Einkaufszentrum zu gehen, während er jedes Mal, wenn versteckte Detektoren seinen Blick erblicken, mit einer Flut personalisierter Werbung von Unternehmen wie Lexus, Guinness und American Express bombardiert wird.
Dies war eindeutig als Warnung vor einer unerwünschten, dystopischen Zukunft gedacht.
Doch 23 Jahre später ist diese Zukunft zumindest teilweise in der Online-Welt vorhanden und droht, sich auf andere Bereiche des täglichen Lebens auszuweiten, die zunehmend „vernetzt“ werden, wie etwa das Innere von Autos. Laut der Cybersicherheitsforscherin Jane Manchun Wong könnten autonome Fahrzeuge wie die Robotertaxis von Waymo neue Testgebiete sein.
Auf X enthüllt Wong Aus einer nicht veröffentlichten Version der Datenschutzrichtlinie von Waymo geht hervor, dass das in Kalifornien ansässige Unternehmen sich darauf vorbereitet, Daten seiner Robotertaxis, einschließlich der Bordkameras, zu verwenden, um generative KI-Modelle zu trainieren und gezielte Werbung zu schalten. Diese potenzielle Verwendung von Passagierdaten wirft wichtige Fragen zum Datenschutz im Zeitalter der künstlichen Intelligenz auf.
In Waymos unveröffentlichtem Entwurf der Datenschutzerklärung heißt es: „Waymo kann Daten weitergeben, um seine Funktionalität zu verbessern und zu analysieren und um Produkte, Dienste, Werbung und Angebote auf Ihre Interessen abzustimmen. Sie können der Weitergabe Ihrer Daten an Dritte widersprechen, es sei denn, dies ist für den Betrieb des Dienstes erforderlich.“
Auf die Frage nach Feedback zum unangekündigten App-Update, Ich sagte Waymo teilte The Verge mit, dass es „Platzhaltertext enthält, der den Zweck der Funktion nicht genau wiedergibt.“
Waymo-Sprecherin Julia Elena sagte, Waymos KI-Modelle seien „nicht darauf ausgelegt, diese Daten zur Identifizierung von Einzelpersonen zu verwenden, und es gibt keine Pläne, diese Daten für gezielte Werbung zu verwenden.“
Die Robotertaxis von Waymo, die auf den Straßen von San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Austin unterwegs sind, verfügen über Bordkameras, die die Passagiere überwachen. Elena sagt jedoch, dass diese Kameras in erster Linie dazu verwendet werden, KI-Modelle auf Sicherheit, das Auffinden verlorener Gegenstände, die Überprüfung von Fahrzeugregeln und die Verbesserung des Service zu trainieren. Die Verwendung von Bordkameras zum Trainieren von KI zur Verbesserung des Fahrgasterlebnisses ist in der Branche der selbstfahrenden Autos eine gängige Praxis.
Elena sagt, dass sich die neue Funktion noch in der Entwicklung befindet und den Passagieren die Möglichkeit gibt, der Datenerfassung zu widersprechen. Strenge Datenschutzrichtlinien geben Benutzern die Kontrolle über ihre Daten.
Doch da wir uns alle daran gewöhnen, dass uns Werbung auf der Grundlage aller Dinge, die auf die eine oder andere Weise mit dem Internet verbunden sind, gezielt anspricht, scheint eine einst weit hergeholte Zukunftsvision unmittelbar bevorzustehen. Die Zukunft zielgerichteter Werbung und künstlicher Intelligenz in selbstfahrenden Autos wirft wichtige Fragen zu Datenschutz und Ethik auf.
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