Objektivfilter: Nicht alle sind gleich.
Die wichtigsten Dinge, die Sie wissen müssen
- Objektivfilter unterscheiden sich in ihren Funktionen; einige reduzieren Reflexionen, andere gleichen Farben aus und wieder andere schützen das Objektiv.
- Die Qualität des Glases und der Filterbeschichtung beeinflusst direkt die Schärfe und Klarheit des Bildes, und minderwertige Filter können Farbverzerrungen verursachen.
- Die Wahl des richtigen Filters erfordert ein tiefes Verständnis der Art der Fotografie und der Lichtverhältnisse, um den gewünschten visuellen Effekt zu erzielen.
Die Frage, ob man Schutzfilter verwenden sollte oder nicht, ist unter Fotografen ein heiß diskutiertes Thema, wobei beide Seiten ihre Wahl vehement verteidigen. Ich möchte hier nicht näher auf die Frage eingehen, ob die Verwendung von Schutzfiltern richtig oder falsch ist; das ist definitiv eine persönliche Entscheidung. Ich selbst nutze sie seit Jahren, um meine hochwertigen Objektive zu schützen und die Reinigung von Objektiven mit vertieften Frontlinsen (wie z. B. den Nikon 50mm f/1.4G/f/1.8G-Objektiven) zu erleichtern. Nach einer schlechten Erfahrung mit einem minderwertigen Filter einer unbekannten Marke, den ich zu Beginn meiner fotografischen Laufbahn gekauft hatte (er wurde mir in einem Fotogeschäft als „unverzichtbar“ verkauft), musste ich schmerzlich erfahren, welchen Schaden ein solcher Filter anrichten kann. Seitdem verwende ich ausschließlich mehrfachvergütete B+W-Filter mit hochwertigem Schott-Glas. Ich bin mit diesen Filtern sehr zufrieden und rate unseren Lesern stets, entweder die bestmöglichen Filter zu verwenden oder ganz darauf zu verzichten.

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Satz Filter von einem neuen europäischen Hersteller. Die Firma bat mich, ihre Filter zu testen und Feedback zu geben. Ich fragte, ob es ihnen recht sei, ihre Filter mit denen von B+W zu vergleichen, und sie hatten nichts dagegen. Vor ein paar Tagen testete ich ein Objektiv in meinem Imatest-Labor. Zuerst fotografierte ich eine Testtafel ohne Filter bei Blende 5.6, dann setzte ich vier meiner 77-mm-XS-Pro-MRC-Filter von B+W auf und machte eine weitere Aufnahme. Zum Schluss verwendete ich vier Filter des neuen Herstellers und machte die letzte Aufnahme. Hier sind die Ergebnisse der Imatest-Software:
Wie Sie sehen, hatten die Schwarzweißfilter keinen Einfluss auf die Bildqualität. Die numerischen Unterschiede zwischen „ohne Filter“ und „Schwarzweiß“ liegen innerhalb der zulässigen Fehlertoleranz. Betrachtet man jedoch das dritte Diagramm, wird deutlich, dass die von mir getesteten Filter von minderer Qualität waren. Es zeigte sich ein deutlicher Abfall von ca. 5 % in der Bildmitte, ein Abfall von 7 % im mittleren Bildbereich und ein signifikanter Abfall von fast 15 % in den Ecken. Um Messfehler auszuschließen, wiederholte ich den Test mehrmals mit völlig unterschiedlichen Filtersätzen desselben Herstellers (ich besaß etwa 20 77-mm-Filter, die der Hersteller als „hochwertig“ einstuft). Auch andere Chargen lieferten ähnlich niedrige Werte, manche sogar schlechtere als andere.
Ich wollte sehen, was ein Unterschied von 15 % im Ergebnis visuell ausmacht. Deshalb habe ich Bildausschnitte aus extremen Winkeln eines Fotos angefertigt, das mit vier Schwarzweißfiltern und das gleiche Foto mit vier Filtern geringerer Qualität aufgenommen wurde. So sieht der Vergleich aus:

Wie Sie sehen, ist der Unterschied in der Bildschärfe deutlich sichtbar – minderwertige Filter führen eindeutig zu einer sichtbaren Verschlechterung der Bildqualität. Details werden unscharf, und gerade Linien sind nicht mehr scharf. Und das betrifft nur die Schärfe. Würde ich beide Filter in einer kontrastreichen Situation verwenden (z. B. gegen die Sonne), würde ich wetten, dass die minderwertigen Filter alle möglichen Verzerrungen in meinen Fotos verursachen würden.
Ja, das ist ein ziemlich extremes Beispiel, und ich weiß, niemand würde vier Filter übereinander schichten, wie ich es oben getan habe. Würde man die Bilder mit nur einem Filter betrachten, wären die Unterschiede vernachlässigbar. Darum geht es mir hier aber nicht. In diesem Artikel möchte ich zeigen, dass hochwertige Filter die Schärfe nicht beeinträchtigen und die Bildqualität nicht zwangsläufig mindern, wie manche Fotografen behaupten. Das gilt aber durchaus für minderwertige Filter. Filter können lediglich bei Aufnahmen gegen eine helle Lichtquelle zu mehr Blendung und Geisterbildern führen. In solchen Fällen ist es möglicherweise besser, die Filter ganz zu entfernen.
Abschließend sei noch erwähnt, dass die von mir getesteten Filter professionelle Qualität hatten. Falls Sie mehr darüber erfahren möchten, wie sich ein einzelner, günstiger oder minderwertiger Filter auf ein Bild auswirken kann, empfehle ich Ihnen meinen Artikel aus dem letzten Jahr.
Die aus der obigen Untersuchung gezogene Schlussfolgerung lautet, dass nicht alle Objektivfilter gleichwertig sind, selbst solche, die in die Kategorie „hochwertig/professionell“ fallen.
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