Wenn es um die Wirtschaft geht, ist es besser, darauf zu achten, was Verbraucher und Unternehmen tun, als darauf, was sie sagen.
Konjunkturumfragedaten zeigten bereits im ersten Quartal 2025 deutliche Anzeichen einer Verschlechterung, ein Trend, der sich im April beschleunigte. So fiel beispielsweise die Verbrauchervertrauensumfrage der US-Notenbank Federal Reserve von ihrem Höchststand im November nach der Wahl bis März um 18.9 Punkte, bevor ein Rückgang um 7.9 Punkte im April den Indikator wieder auf seinen Tiefstand aus der Pandemie des Jahres 2020 zurückbrachte. Solche Rückgänge treten typischerweise nur während Rezessionen auf. Das heißt, dass das Ausmaß, in dem sich die schwächeren „weichen“ Kennzahlen der Umfrage in den kommenden Monaten in tatsächliche „harte“ Daten umsetzen lassen, für die Beurteilung der Gesundheit der US-Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sein wird.
Es gibt jedoch einige Diskussionen darüber, ob den weichen Daten letztendlich harte Daten folgen werden. Dies ist vor allem auf die Ereignisse des Jahres 2022 zurückzuführen, als die weichen Daten im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine, einer regionalen Bankenkrise und steigender Inflation stark nachgaben, während die harten Daten weitgehend stabil blieben. Dieser Zeitraum wurde als „emotionale Rezession“ bekannt. Obwohl viele Amerikaner mit der wirtschaftlichen Lage nicht zufrieden waren, hat ihre anhaltende Stärke, die durch einen gesunden Arbeitsmarkt, frühere fiskalische Unterstützung und aus der Pandemie übrig gebliebene Ersparnisse befeuert wurde, die Wirtschaft vorangetrieben.
Im Jahr 2025 dürfte die Verbraucherstärke die handelsbedingten Gegenwinde unserer Ansicht nach weniger wahrscheinlich überwiegen. Zwar bleibt der Arbeitsmarkt mit durchschnittlich 144,000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen im Jahr 2025 weiterhin gesund, doch verblasst dies im Vergleich zum überhitzten Arbeitsmarkt von 2022, als die monatlichen Stellenzuwächse durchschnittlich 380,000 (und 603,000 im Jahr 2021) betrugen. Eine Abkühlung des Arbeitsmarktes könnte sich als problematisch für die Wirtschaft erweisen, da das Arbeitseinkommen für die meisten Amerikaner den Großteil der Kaufkraft ausmacht.
In den kommenden Monaten werden die Anleger gespannt darauf achten, ob die harten Daten eintreffen. Der Auftragseingangsindex des Institute for Supply Management (ISM), eine Momentaufnahme der zukünftigen Produktionsaktivität, hat sich in den letzten Monaten im Zuge der Eskalation des Handelskriegs rapide verschlechtert. Zwar ist es für harte Datenindikatoren noch zu früh, um eine handelsbezogene Schwäche anzuzeigen, doch zumindest einer dieser Indikatoren – die Gewinnmargen der Unternehmen – war bereits vor dem Veröffentlichungstag mit Gegenwind konfrontiert.
Der Rückgang der Gewinnmargen spiegelt Ereignisse wider, die sich vor der Eskalation des Handelskriegs abspielten. Die Inflation und damit die Preissetzungsmacht der Unternehmen ist schneller zurückgegangen als der Anstieg der Löhne und anderer wichtiger Inputkosten, was zu Gewinneinbußen führt. Dies hat dazu geführt, dass die Gewinnmargen von ihrem Rekordniveau gesunken sind. Ohne einen Handelskrieg wäre diese Dynamik weniger besorgniserregend. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass es in den kommenden Monaten aufgrund höherer Zölle zu zusätzlichem Druck auf die Margen kommen wird. Dies ist besorgniserregend, da die Unternehmensleitungen angesichts sinkender Margen und sinkender Gewinne häufig Mitarbeiter entlassen müssen. Dies führt zu einer Rezessionsspirale, die sich verstärkt, weil die Verbraucher aufgrund von Einkommenseinbußen zurückweichen.
Vor diesem Hintergrund erachten wir die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung als den wichtigsten Wirtschaftsindikator, den man im Auge behalten sollte, um die Richtung der Konjunktur zu bestimmen. Die Anträge haben sich in den Wochen seit dem Liberation Day gut gehalten und wir glauben, dass der Anstieg Ende April ein saisonales Anpassungsproblem ist, das mit dem Zeitpunkt der Frühlingsferien in New York zusammenhängt und sich Anfang Mai wahrscheinlich umkehren wird. Allerdings bedeuten geringere Gewinnmargen auch weniger Puffer für den Fall, dass sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten abschwächt oder die Nachfrage nachlässt. *Hinweis: Wirtschaftsanalysten beobachten die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung aufmerksam, da sie einen wichtigen Indikator für die Gesundheit des Arbeitsmarktes darstellen.*
Dies lässt uns annehmen, dass das derzeitige Risiko-Ertrags-Verhältnis für die Wirtschaft und die Finanzmärkte eher nach unten tendiert. Eine positive Änderung der Handelspolitik oder eine erneute Konzentration der Regierung auf ihre angebotsorientierte Agenda (Deregulierung, Steuersenkungen/fiskalische Unterstützung) könnten die Aussichten noch positiver gestalten. Um den negativen (und kumulativen) Auswirkungen der erhöhten Unsicherheit und des Margendrucks entgegenzuwirken, sind jedoch wahrscheinlich sofortige Maßnahmen erforderlich.







