Zusammenfassung meiner Erfahrungen: Erkenntnisse aus einem ganzen Monat selbst gehosteter Websites
Um das herauszufinden, beschloss ich, ein einmonatiges Experiment durchzuführen: Ich würde jede meiner Cloud-Anwendungen durch eine selbst gehostete Alternative ersetzen.
Dies ist die Geschichte dieses Monats, was ich gelernt habe und ob wahre digitale Freiheit ein realistisches Ziel ist.
Meine Daten sind vollständig in meinem Besitz und ich halte sie vertraulich.
Jahrelang habe ich den Technologieriesen vertraut, wenn es um die Speicherung meiner vertraulichsten persönlichen Daten ging – Familienfotos, private Notizen und Finanzdokumente. Doch mit Self-Hosting ist dieses Vertrauen nicht mehr nötig.
Meine Daten befinden sich jetzt auf einer physischen Festplatte bei mir zu Hause. Ich bin nicht länger Nutzer eines Dienstes; ich bin der Chef meiner eigenen digitalen Welt.
Mit Apps wie Nextcloud, Immich, Jellyfin, Grocy und anderen habe ich das letzte Wort darüber, wo meine Dateien gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und welche Sicherheitsprotokolle vorhanden sind.
Niemand verkauft mir meine Daten, denn es gibt nur einen Benutzer: mich.
Kosteneinsparungen nach der Erstinvestition
Zunächst erschien die Idee des Self-Hostings wie ein riesiges und teures Experiment.
Als ich mir die Hardware (einen kleinen Computer und ein paar Festplatten) zum ersten Mal ansah, musste ich mit Anschaffungskosten von mehreren Hundert Dollar rechnen.
Es erschien mir teuer, vor allem im Vergleich zu den einfachen, günstigen Monatsabonnements, die ich bereits bezahlte. Mir wurde jedoch klar, dass sich diese geringen monatlichen Gebühren viel schneller summieren, als man vielleicht denkt.
Ich habe beispielsweise insgesamt 25 Dollar pro Monat für verschiedene Dienste bezahlt: einen Premium-Plan für eine Notiz-App, zusätzlichen Dropbox-Speicher, einen Medien-Streaming-Dienst und ein Abonnement für Passwortmanager.
Das sind 300 US-Dollar pro Jahr, jedes Jahr. Mein Self-Hosting-Setup kostete etwa 450 US-Dollar.
Mir wurde klar, dass sich mein Self-Hosting-Setup in nur anderthalb Jahren amortisieren würde. Danach ging es nur noch darum, Geld zu sparen.
steile Lernkurve
Ich hatte schon immer ein gutes Verhältnis zur Technologie, allerdings als Verbraucher, nicht als Innovator.
Über Dinge wie IP-Adressen, Docker-Container, Reverse-Proxys oder SSL-Zertifikate musste ich mir nie Gedanken machen. Mittlerweile sind diese Begriffe Teil meiner täglichen Routine geworden.
Die erste große Hürde bestand darin, meinen Server von außerhalb meines Heimnetzwerks zugänglich zu machen.
Ich habe einen ganzen Samstag damit verbracht, an meinen Routereinstellungen herumzufummeln, Ports weiterzuleiten und zu versuchen, zu verstehen, was die Firewall eigentlich macht.
Zum Beispiel beim Umgang mit Nächste WolkeEs gab Momente extremer Frustration, in denen ich bereit war, aufzugeben und zur Einfachheit von Google Drive zurückzukehren.
Generell sollten Sie damit rechnen, dass die Ersteinrichtung viel Zeit in Anspruch nimmt.
Mangel an Ruhe
Die größte Überraschung bei diesem Erlebnis war für mich der Komfort.
Mit Cloud-Diensten funktioniert alles ganz einfach. Die Zusammenarbeit mit Freunden ist so einfach wie das Teilen eines Links. Dank dedizierter, funktionsreicher nativer Apps kann ich schnell auf ein Dokument auf meinem Smartphone oder Tablet zugreifen.
Wenn es um die Zusammenarbeit mit dem Self-Hosting geht, kann meine Familie Immech (Eine selbst gehostete Alternative zu Google Fotos) war ein Projekt für sich.
Darüber hinaus ist das mobile Erlebnis bestenfalls rudimentär. Für viele selbst gehostete Apps gibt es keine dedizierte, ausgereifte mobile App. Oft musste ich einen mobilen Browser verwenden, um die App zu nutzen.
In vielen Fällen konnte ich keine geeignete Alternative zu meinen Cloud-basierten Apps finden. Beispielsweise konnte keine der selbst gehosteten Notiz-Apps (Docmost, Outline und Joplin) in vielen Bereichen mit OneNote mithalten.
Andererseits haben mich aber auch einige Apps wirklich beeindruckt.
Grocy ist beispielsweise ein hervorragendes Küchenmanagement-Tool. YouTrack ist ein weiterer wichtiger Konkurrent im Bereich Projektmanagement.
Und vergessen Sie nicht Nextcloud, einen starken Konkurrenten für Dienste wie Google Drive und OneDrive.
Verantwortung für Sicherheit und Wartung
Nach zwei Wochen Self-Hosting wurde mir schnell klar, dass sich meine Rolle von der einfachen Nutzung einer Anwendung zur aktiven Pflege eines ganzen Ökosystems verlagert hatte.
Ich musste automatische Backups einrichten, nicht nur meiner Daten, sondern des gesamten Servers. Ich musste etwas über Firewalls lernen und lernen, wie man sie konfiguriert, um neugierige Blicke fernzuhalten.
Ich musste mir auch angewöhnen, nicht nur einmal im Monat, sondern ständig nach Software-Updates zu suchen.
Es gibt niemanden, der mich benachrichtigt, wenn ein Sicherheitspatch erforderlich ist. Das liegt ganz bei mir.
Insgesamt handelt es sich um einen zeitaufwändigen Prozess und Sie müssen bereit sein, ständig wachsam zu sein.
Mein Weg zu selbst gehosteten Anwendungen
Einen Monat lang alle meine Cloud-Anwendungen durch selbst gehostete Tools zu ersetzen, war eine turbulente Reise. Es war nicht immer einfach.
Es gab steile Lernkurven, frustrierende Einrichtungsprobleme und Momente, in denen ich mich nach der Einfachheit einer Ein-Klick-Cloud-Lösung sehnte.
Ein Lebensstil, der sich zu 100 % selbst verwaltet und Vollzeit arbeitet, ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber diese Erfahrung hat bewiesen, dass digitale Unabhängigkeit möglich ist.
Worauf warten Sie noch? Probieren Sie es selbst aus und finden Sie heraus, ob ein Cloud-freies Setup das Richtige für Sie ist. Und wenn Sie schon dabei sind, schauen Sie sich diese an Beste Self-Hosting-Apps für Android.
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